Google Street View – Segen oder Fluch?

CONTRA

von Caro

Ich habe vor ein paar Wochen mit Schrecken festgestellt, dass es die Funktion Google Street View mittlerweile gibt, als ich meinen neuen Wohnort schonmal auskundschaften wollte. Klar, ich konnte mir schonmal gemütlich ansehen, wie es sich dort so leben wird, wer meine potenziellen Nachbarn sind, wie die Straßen angelegt sind usw.

Dann wiederum hab ich mir mal die Leute angesehen, die man auf den Fotos sieht und mir gedacht, wie ich wohl reagieren würde, wenn ich auf den Fotos wäre. Für mich war sofort klar: Das ist eindeutig Verletzung der Privatssphäre, die mir ein mulmiges Gefühl im Bauch verschafft. Viele argumentieren, dass die Menschen doch auf der Straße rumlaufen und man dort ja sowieso gesehen wird. Wieso also Verletzung der Privatssphäre?

Ok, führen wir das Argument kurz weiter: Wenn wir davon ausgehen, dass man an jedem Ort beobachtet werden kann (und nichts anderes ist Google Street View, da man dort beliebig lange und gründlich auf jemanden schauen kann anstatt nur flüchtig beim vorbeigehen), wäre es ja kein Problem, wenn man jemanden stundenlang beim Schwimmen im Freibad fotografiert oder ihm beim Essen zuschaut. Wie wäre es mit einem Foto beim Kauf von Tampons, da die Kasse direkt am Eingang steht? Oder ein Foto von einem unglücklichen Fleck auf der Hose, da man noch nicht zum Umziehen kam oder einfach nur den Müll rausbringen wollte?

Natürlich ist dieses Programm nicht für diesen Zweck gedacht. Das sind Überwachungskameras, Abhörgeräte oder Datenbanken auch nicht. Sie dienen ausschließlich der Sicherheit (zwinker). Wenn wir schon keine Überwachung wollen, weil sie uns unter Umständen das Leben retten kann, wieso sollten wir dann bei einer Überwachung schweigen, die die pure Neugier befriedigt?

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