Der Bildungsstreik

Der Bildungsstreik 2009 ist eine von überwiegend linken ASten und Schülervertretungen organisierte Veranstaltung, welche auf Missstände im Bildungssystem hinweisen will. Es ist unbestritten, dass es große Probleme im Bildungsbereich gibt. Hierauf sollte hingewiesen werden und sich konstruktive Verbesserung bemüht werden.

Die Motivation der am Bildungsstreik beteiligten Organisationen ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. So haben ähnliche Veranstaltungen in der Vergangenheit gezeigt, dass die gegen das Bildungssystem gerichteten Proteste in wütende Kapitalismuskritik ausgeufert ist. So rufen die Veranstalter sogar bewusst dazu auf, z.B. Banken zu besetzen (siehe: http://www.bildungsstreik.net/bankuberfall/) oder Straßen zu blockieren.
Es befinden sich auf der Liste der Unterstützer mehrere linksextreme Antifa Gruppierungen wie die „Assoziation Marxistischer Studierender“, die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ und die trotzkistische Politsekte SAV (Sozialistische Alternative Voran). (siehe: http://www.bildungsstreik2009.de/category/aktionsideen/) Es ist davon auszugehen, dass diese Gruppen den Bildungsstreik nicht nur nutzen, um das Bildungssystem zu kritisieren, sondern auch um ihre verfassungsfeindlichen Ideen zu verbreiten.

Aber auch inhaltlich sind die Vorderrungen zu bedenken. So fordern die Organisatoren z.B. eine “öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe”. Die Studenten sollten der deutschen Wirtschaft für ihr Engagement und Sponsoring der Universitäten dankbar sein. Erst durch dieses Input ist ein Praxis- und Berufsorientiertes  Lernen möglich.

Der Bildungsstreik 2009 richtet sich also nicht nur gegen das Bildungssystem sondern auch gegen das System als solches. Es ist wichtig auf Missstände im Bildungswesen hinzuweisen, aber bitte nicht mit Marx, Lenin, Randalen und Gewalt.

1 Kommentar zu „Der Bildungsstreik“

  1. Armin sagt:

    Ich habe den Bildungsstreik an der Uni-Köln verfolgt.
    Der Kern der wirklich Streikaktiven hat die Zahl von 50 wohl nie überschritten. Besetzt wurde nur eine Wiese durch ein “Camp” von drei Zelten, was wohl niemanden gejuckt hat und im Regen zuerst bestimmt auch kein Spaß war. Dazu nur noch ein Hörsaal (natürlich einer mit meiner Veranstaltung), was aber durch Verlegung dann auch kein Problem war. Die Mobilisierung war angesichts von 44.000 Studenten an der Uni-Köln fast selbst mir peinlich.

    Was ich deshalb stark an der ganzen Aktionswoche kritisiere:
    1. Es wurde versucht Ziele in der Bildungspolitik mit ultralinker, verfassungsfeindliche Ideologie zu mischen und so zu instrumentalisieren. Das hat viele abgeschreckt und der Sache in der Öffentlichkeit auch nicht gut getan.
    2. Trotz guter Organisationsansätze (einheitliche T-shirts, nettes Logo) war der Streikteil nicht hinreichend durchdacht. Die Aktionen haben die anderen Studenten eher genervt, kein Aufsehen erregt und auch nicht dazu geführt, dass man von der Unileitung wahrgenommen wurde.

    Sehr positiv fand ich aber einen ausführlichen Bericht bei ZFD Heute u.a.über die wirklich akuten Probleme in den Bachelorstudiengängen und die negativen Auswirkungen der Studiengebühren (die meiner Meinung nach für ein Erststudium abzulehnen sind, zum einen, weil wir mehr Studenten haben wollen, zum anderen, weil das Geld planlos eingesammelt und ausgegeben wird. Bitte hier auch um Diskussion)

    Das Fazit für uns Liberale sollte sein, dass wir uns nicht von einem Trüppchen linker Fanatiker wichtige Themen in der Öffentlichkeit klauen lassen sollten. Wir müssen unsere politische Arbeit auch mit demonstrativen Maßnahmen auf der Straße begleiten und so Präsenz zeigen. Nicht linke Krawallos, WIR sind die Freiheitskämpfer in Deutschland!

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