JuLis Düren zu Gast auf der Rheinlandschau in Jülich
Podcast #3 – Rheinlandschau
am 23. April 2009 von AlexGoogle Street View – Segen oder Fluch?
am 20. April 2009 von CarolineCONTRA
von Caro
Ich habe vor ein paar Wochen mit Schrecken festgestellt, dass es die Funktion Google Street View mittlerweile gibt, als ich meinen neuen Wohnort schonmal auskundschaften wollte. Klar, ich konnte mir schonmal gemütlich ansehen, wie es sich dort so leben wird, wer meine potenziellen Nachbarn sind, wie die Straßen angelegt sind usw.
Dann wiederum hab ich mir mal die Leute angesehen, die man auf den Fotos sieht und mir gedacht, wie ich wohl reagieren würde, wenn ich auf den Fotos wäre. Für mich war sofort klar: Das ist eindeutig Verletzung der Privatssphäre, die mir ein mulmiges Gefühl im Bauch verschafft. Viele argumentieren, dass die Menschen doch auf der Straße rumlaufen und man dort ja sowieso gesehen wird. Wieso also Verletzung der Privatssphäre?
Ok, führen wir das Argument kurz weiter: Wenn wir davon ausgehen, dass man an jedem Ort beobachtet werden kann (und nichts anderes ist Google Street View, da man dort beliebig lange und gründlich auf jemanden schauen kann anstatt nur flüchtig beim vorbeigehen), wäre es ja kein Problem, wenn man jemanden stundenlang beim Schwimmen im Freibad fotografiert oder ihm beim Essen zuschaut. Wie wäre es mit einem Foto beim Kauf von Tampons, da die Kasse direkt am Eingang steht? Oder ein Foto von einem unglücklichen Fleck auf der Hose, da man noch nicht zum Umziehen kam oder einfach nur den Müll rausbringen wollte?
Natürlich ist dieses Programm nicht für diesen Zweck gedacht. Das sind Überwachungskameras, Abhörgeräte oder Datenbanken auch nicht. Sie dienen ausschließlich der Sicherheit (zwinker). Wenn wir schon keine Überwachung wollen, weil sie uns unter Umständen das Leben retten kann, wieso sollten wir dann bei einer Überwachung schweigen, die die pure Neugier befriedigt?
JuLis Düren aktiv im Bezirk
am 17. April 2009 von AlexPrivatssphäre? Ach was!
am 4. April 2009 von CarolineMag er vielleicht nicht immer gute Entscheidungen getroffen haben, bei dieser stimme ich ihm vollkommen zu – Hartmut Mehdorn, Chef der Deutschen Bahn, ist aufgrund von Vorwürfen der Datenausspähung seiner Mitarbeiter zurückgetreten. Jahrelang verfolgte und untersuchte er die E-mails und Telefonate der DB-Mitarbeiter ohne ihr Wissen. (Der Rücktritt Hartmut Mehdorns/Zeit Online)
Auch wenn es vielleicht nicht angebracht ist, von seinem Arbeitsplatz aus private E-mails zu versenden, so sollte man doch vorher darüber informiert werden, wenn diese gelesen werden. Ausspähung von Mitarbeitern ist heute allerdings nichts ungewöhnliches, wie man schon im Fall Lidl und Telekom gesehen hat.
Natürlich sind wir alle dagegen, wenn man uns zu Hause beobachtet oder unsere Telefongespräche ohne Grund abhört, aber wie sieht das am Arbeitsplatz oder in der Schule aus, die ja nicht privat, aber auch nicht ganz öffentlich sind. Wie fühlen wir uns, wenn jede unserer Bewegungen und Worte 8 Stunden täglich auf Band festgehalten werden und wir auf jedes Wort achten müssen, dass unseren Lippen entspringt? Wie frei fühlen wir uns, wenn wir uns nicht einmal an einer juckenden (womöglich nicht jugendfreien) Stelle kratzen müssen, ohne dass sich das jemand anders ansieht und die Nase rümpft? Wieviel Kontrolle des Arbeitgebers ist erlaubt?
2009 – Ein Jahr wie kein anderes!
am 4. April 2009 von CarolineNicht nur für die Amerikaner mit ihrem ersten afro-amerikanischen Präsidenten ist das ein historisches Jahr. Auch wir in Deutschland haben dieses Jahr einiges zu feiern.
2009 ist vor allem ein wichtiges Wahljahr mit Europa-, Bundestags- und Kommunalwahlen innerhalb von nur ein paar Monaten. Viel zu tun also für alle Politiker und Politikinteressierten.
Daneben gibt es jedoch auch wichtige Ereignisse, die wir nicht vergessen dürfen, wie z.B. das 20-jährige Jubiläum des Falls der Berliner Mauer und damit der DDR. 20 Jahre? Eigentlich keine so lange Zeit, wenn man bedenkt, dass es die DDR ganze 40 Jahre gab und sie damit das ostdeutsche Bild geprägt hat. Wie sieht es aber heute in den neuen Bundesländern aus? War der Wiederaufbau unserer Nachbarländer erfolgreich oder müssen wir in Sachen Vereinigung noch einiges tun?
Das Thema Kommunismus und DDR ist noch heute aktuell, da die Zahlen der Wähler für die Linkspartei wieder steigen, nicht nur in Ostdeutschland. Mich als jungliberale besorgt dies und ich denke, dass vielen die Konsequenzen einer linksgerichteten Politik nicht bewusst sind.
Auch wenn wir den Kommunismus in Deutschland nicht selbst miterlebt haben, können wir von unseren Eltern, Verwandten und Freunden hören, wie das Leben vor 89 (und unmittelbar danach) ausgesehen hat. Kennt ihr Leute, die den Fall mitbekommen haben und ihr Leben wieder neu aufbauen mussten? Oder habt ihr Freunde in den neuen Bundesländern, die zwar nie in der DDR gelebt haben, aber noch heute ihren Einfluss spüren?
